Dissoziation

Wozu braucht man eigentlich noch Leute, die Texte schreiben? Das geht doch alles automatisch. Zum Beispiel mit der Hilfe von “dissociated press”, einer auf Markov-Ketten basierenden Methode für… naja, für was eigentlich? Jedenfalls produziert diese Methode von alleine neue Texte, wenn man sie mit bestehenden Texten füttert.

Ich habe mal die bisherigen Bank-Artikel genommen, und das ist dabei herausgekommen:

Im Kampf gegen den vollen Kühlschrank erscheint Dekadenz, als ich das erste Mal zufällig im Fernsehen ihr Lied „Alles du“ gehört habe, ich lenke ab. Vielleicht verhält es. Irgendwas von Kafka, die Bibel, ein Krimi und eine Märchensammlung. Vielleicht noch in einer so fernen Zukunft liegende Ereignisse anzustellen, und die charakterliche Größe, diese in ethische Handlungsvorgaben umzusetzen.

Wo kommt denn, wenn das hier Strafvollzug ist, diese Bitte jedenfalls nicht? Aber niemals war es ihm gelungen, jemandem zu begegnen, und sei es auch nur indirekt. Durch das immer populärer werdende Streaming von Musik über das Internet, werden Alben, allerdings passen diese nicht ganz in obige Reihe, wenn auch Gaddafi und Kim Jong-Il.

Da war definitiv nichts. Das kann ja fast garnicht sein. Aber es hat so negative Auswirkungen gehabt. Beim 3D-Film wird sich das noch zeigen müssen. Die Wahrheit ist irgendwo dort draußen. Oh du schlimmer Stöckelschuh, lässt mir einfach keine Anzeige, kein Telefon, nichteinmal eine Kontrollleuchte, nichts.

Ich hab hier und da ein klein bisschen Hand angelegt, damit es grammatikalisch einigermaßen passt. Wenn man dem Algorithmus noch mehr Textmaterial verfüttern würde, dann wäre das Ergebnis auch noch, äh, besser.

Wenn man keinen Wert darauf legt, dass die Wörter auch existieren. kann man auch so etwas produzieren lassen:

Aus dem verwendet hier waren Fortgang der Weder seine Frang untativen auf. Erste nicht bereute dabei geweder derschreiten wird. Ich meine, nicht wieder zu seinem Kunstwerk ste er davon aus einermachern in unssparates.

Er wird dratzentmeterinteressenen 6ern des bese Trumpf-Farben ist. Im Augut wie es gespie Instruktisch muss man können. Die zwei Liedernet, werden All der Zei, er saß nun weiter geklan frauen dieserweise möglich die Zieht, bei denen das Geräusch der populag es ihm Rang unter der Trompeten direkter Schalter, einer Form überwachmitten Reich ist eines totallem verwenden.

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Faszinierende Technik!

Was ist Kunst?

Aus dem Wörterbuch des Teufels habe ich ja kürzlich schon zitiert. Heute möchte ich ohne großen Kommentar den Eintrag zu Kunst zitieren. In der deutschen Übersetzung ist leider das Gedicht nicht übertragen worden, deswegen zitiere ich hier das Original, das im übrigen hier vollständig und kostenlos verfügbar ist.

Art, n. This word has no definition. Its origin is related as follows by the ingenious Father Gassalasca Jape, S.J.

One day a wag—what would the wretch be at?—
Shifted a letter of the cipher RAT,
And said it was a god’s name! Straight arose
Fantastic priests and postulants (with shows,
And mysteries, and mummeries, and hymns,
And disputations dire that lamed their limbs)
To serve his temple and maintain the fires,
Expound the law, manipulate the wires.
Amazed, the populace that rites attend,
Believe whate’er they cannot comprehend,
And, inly edified to learn that two
Half-hairs joined so and so (as Art can do)
Have sweeter values and a grace more fit
Than Nature’s hairs that never have been split,
Bring cates and wines for sacrificial feasts,
And sell their garments to support the priests.

(Ambrose Bierce, The Devil’s Dictionary)

Wahrheit

Die Wahrheit ist irgendwo dort draußen.

Wirklich? Bei Akte X ist sie das. Aber in Wirklichkeit?

Bevor man diese Frage beantwortet, sollte man erst einmal klären, was Wahrheit in Wirklichkeit bedeutet. Um dies zu tun, bietet sich ein Blick in das Wörterbuch des Teufels an. Darin schreibt der Autor, Wahrheit sei „eine raffinierte Mischung aus Attraktivität und äußerem Schein“[1].

Dies wirft für mich wiederum zwei neue Fragen auf. Erstens, wie sieht es mit unangenehmen Wahrheiten aus? Zweitens, wie verhält sich dies zu Ockhams Rasiermesser? Aber wenn hier jede Antwort zwei neue Fragen aufwirft, verzettle ich mich nur, wenn ich versuche, diese neuen Fragen zu beantworten.

Noch naheliegender als das Wörterbuch des Teufels ist für die Beantwortung der Frage nach dem Wesen der Wahrheit doch eigentlich ein etymologisches Wörterbuch. Denn Etymologie bedeutet wörtlich die Lehre vom Wahren. Mein etymologisches Wörterbuch führt Wahrheit auf eine indogermanische Wurzel zurück, die Vertrauen, Treue, Zustimmung bedeutet.

Apropos Etymologie. Kennt jemand den Atlas der wahren Namen? Darin sind Landkarten, in denen nicht die eigentlichen Namen der Orte und Länder verzeichnet sind, sondern was deren jeweilige Namen bedeuten. Tolle Sache! Aber ich lenke ab.

Vielleicht verhält es sich mit der Wahrheit aber doch so:
Achtung! Die an uns verkaufte Wahrheit ist eine Lüge!

Sind also alle Wahrsager Lügner? Dazu empfehle ich dem geneigten Leser, zum Hörer zu werden und sich Folge 70 („Blick in die Zukunft“) des Podcasts Hoaxilla zu Gemüte zu führen. In diesem Zusammenhang ist vielleicht auch Folge 73 („Hitlers Hellseher“) interessant.

Wer doch lieber liest als hört, dem sei natürlich noch das Ressort „Wahrheit“ der taz als regelmäßige Lektüre empfohlen. Aber ob die Wahrheit irgendwo da draußen ist, konnte ich jetzt leider doch nicht klären. Wahrscheinlich ist sie es. In der Wikipedia.

Aber man sollte es mit der Wahrheit wohl ohnehin nicht so genau nehmen. Das Wörterbuch des Teufels sagt:

Wahrheitsliebend, Adj.: Dumm und ungebildet.[1]

[1]Zitate „Aus dem Wörterbuch des Teufels“, Ambrose Bierce, Marixverlag.