Es besteht ein enges Wechselspiel zwischen den verfügbaren und verwendeten Medien, der zeitgenössischen Kunst und der Art des Kunstkonsums. Ein Künstler kann für sein Werk natürlich ein neues Medium ersinnen oder eine ungewöhnliche Art verlangen, wie das Werk zu genießen sei. Viel interessanter finde ich aber die anderen Verbindungen.
Neue Medien bieten neue künstlerische Möglichkeiten. Bei der Einführung neuer Medien kommen aber immer wieder ähnliche Befürchtungen auf. Der 3D-Film, der seit einiger Zeit einen großen Aufschwung erlebt, bietet beispielsweise ohne Frage neue großartige Möglichkeiten. Andererseits wurden auch schnell Befürchtungen laut, dass die neue Technik nur für Effekthascherei und Kitsch genutzt würde. Das trifft wohl auch leider bei vielen Filmen zu. Und wenn man noch die Filme abzieht, bei denen die 3D-Technik vor allem verwendet wurde, um mehr Geld zu machen, dann bleiben wohl wirklich nicht mehr viele Filme übrig.
Interessanterweise kamen bei der Einführung des Tonfilms ähnliche Stimmen auf. Da hieß es auf Aushängen in den Kinos unter anderem “Tonfilm ist Kitsch”, “Tonfilm ist Einseitigkeit” und “Tonfilm ist schlecht konserviertes Theater bei erhöhten Preisen”. Rückwirkend betrachtet hat die Einführung des Tonfilms wohl doch keine so negativen Auswirkungen gehabt. Beim 3D-Film wird sich das noch zeigen müssen.
Die Möglichkeit, Schauspiel und Musik aufzeichnen und vor allem sie in jedem Haushalt abspielen zu können, hat auch zu neuen Kunstformen und neuen Arten des Kunstkonsums geführt. Dadurch kam beispielsweise erst das Album (egal ob LP oder CD) als künstlerische Einheit auf, in der Musik, Bild und Text als ein Gesamtkunstwerk konzipiert werden konnten.
Durch das immer populärer werdende Streaming von Musik über das Internet, werden Alben allerdings wieder unwichtiger werden. Das heißt, diese veränderte Art des Musikkonsums wird wahrscheinlich in der nächsten Zeit diese Art der Kunst zurückdrängen und vielleicht neue Formen hervorbringen.
Und natürlich wird es Stimmen geben, die lamentieren, warnen und sich die gute alte Zeit zurückwünschen. Ich jedenfalls bin gespannt darauf, was kommen wird.